Montag, 11. Dezember 2017
Notruf : 112

Heißtraining für Atemschutzgeräteträger

bsa fabianundsoeren
An einem Samstag haben sich 16 Kameraden der Feuerwehren Liekwegen, Seggebruch, Helpsen aus der Samtgemeinde Nienstädt, sowie 2 Gäste aus der Ortsfeuerwehr Bückeburg und Ortsfeuerwehr Gelldorf auf den Weg nach Lemgo gemacht für eine überortliche Ausbildung. 

Nach Absolvierung des theoretischen Atemschutzgeräteträgerlehrganges sind die neu ausgebildeten Träger noch sehr unerfahren und können ihre Entscheidungen nur auf die theoretischen Ausbildungen aus dem Lehrgang stützen. Diese Ausbildung der Träger wird in der Samtgemeinde Nienstädt zum Teil von den Ortsfeuerwehren intensiviert und daraus entstand die Idee, ein Brandhaus für die Praxisausbildung aufzusuchen. 

Nach der Ankunft in Lemgo wurden wir bereits von den zwei hauptamtlichen Ausbildern der Anlage erwartet und es gab vorweg eine sicherheitstechnische Unterweisung sowie eine Einführung in die Brandsimulationsanlage. Jeder Träger muss sich körperlich fit fühlen um die Übungen für den Tag absolvieren zu können. Die Übungen wurden mit den Ausbildern im Vorfeld besprochen. Da wir unterschiedliche Teilnehmer hatten, die teilweise ein Training in dieser Anlage hatten, wurden verschiedene Übungen abgesprochen. 

Füe alle neuen Träger, die noch nie in einer Übungsanlage waren und sonst auch noch nicht in einem echten Einsatz mit Feuer und Hitze in Berührung gekommen sind, gibt es vorweg eine Wärmegewöhnungsübung. In dieser Übung gehen alle Teilnehmer zusammen mit einem Ausbilder in einen Brandraum, wo ein Sofabrand simuliert wird. Dabei wird der Raum auf über 500 Grad erwärmt und zuletzt durch Wasserabgabe auf die glühende Flächen mit Wasserfdampf gefüllt. Das dient dazu, um die Teilnehmer auf die Temperaturen in einem echten Feuer vorzubereiten und richtiges Vorgehen anzutrainieren.

Danach gingen jeweils 2-er Trupps zur Übung in das Brandhaus vor. Dabei wurden sie von einem Ausbilder mit einer Wärmebildkamera begleitet, der ihre Schritte überwachte und in ständigem Kontakt zum Leitstand war. Bei einem Notfall kann die gesamte Anlage innerhalb von Sekunden komplett entraucht werden, das Licht geht an und es kann Hilfe geleistet werden. Die Übungslafe für alle war ein angenommener Küchenbrand im Erdgeschoss. Der Trupp musste jeweils taktisch richtig vorgehen, den Löscheinsatz korrekt durchführen und sich bei nahezu Nullsicht durch Racuch im Gebäude orientieren.

Eines der Ausbildungsziele war das Türmanagement, um die Teilnehmer dafür zu sensibilisieren, was alles beachtet werden muss, wenn der Trupp beim Vorgehen an eine Tür kommt. Hinter der Tür könnte ein Feuer sein und das unachtsame Öffnen dieser Tür konnte die gesamte Einsatzlage verändern, wenn dadurch Sauerstoff in den Raum gelangt und das Feuer sich rasant vergrößert. Dazu arbeitet der Trupp zusammen, der Truppführer öffnet die Tür aus der Deckung und der Truppmann gibt einen Wasserstrahl in den Raum ab um die Raumtemperatur zu senken. Wenn der Raum ausreichend gekühlt ist, kann der Raum betreten werden.

Für den Einsatz im Gebäude haben die Feuerwehren spezielle Schläuche, die länger als die normalen Feuerwehrschläuche sind und mit 30 Metern ausreichend für ein komplettes Einfamilienhaus sind. Dieser Schlauch wird als Schlauchpaket vom Trupp mitgeführt und an der Rauchgrenze ausgepackt und mit Wasser gefüllt. Die sich bildenden Ringe ("Loops" genannt) werden vom vorgehnden Trupp dann in den nächsten Raum gerollt, um ausreichend Schlauch dabei zu haben und damit einen Löschangriff zu beginnen. 

Damit die anderen Teilnehmer nicht zu lange auf ihren nächsten Einsatz warten mussten, wurden von zwei weiteren Kameraden Stationsausbildungen durchgeführt um ein einheitliches Verständnis in der Samtgemeinde zu bekommen. An einer Station wurde eine sog. Rettungstrupptasche vorgestellt, die von einem Sicherheitstrupp, der immer bereitsteht mitgeführt wird und bei einem Notfall des Atemschutztrupps im Gebäude zum Einsatz kommt. In dieser Rettungstrupptasche befindet sich eine weitere Luftversorgung, um einen Trupp wieder mit Atemluft zu versorgen. 

Von einem Kamerden wurde die neue Wärmebildkamera der Samtgemeinde vorgestellt und die Funktionsweise erläurtert. Diese Kamera ist kompakter und bietet nur wenige, aber elementare Funktionen, die dem Trupp im Einsatz wertvolle Informationen liefern kann. Mit einer Wärmebildkamera können Feuerwehrleute in dunklen und verrauchten Räumen ein Bild auf einem Display bekommen, um sich damit zu orientieren. Auch die Personensuche wird damit erleichtert, da Personen und Feuer in rot auf dem Bildschirm dargestellt werden.

Insgesamt waren alle Teilnehmer mit dem Training sehr zufrieden und zum Abschluss gab es im Feuerwehrhaus Liekwegen noch gegrilltes und gekühlte Getränke und es wurde das positive Fazit gezogen, dass diese Ausbildungseinheit lehrreich ist und zum Standard in der Ausbildung gehören sollte. Bislang werden diese Ausildungen noch nicht von den Kommunen finanziert, sodass die Ortsfeuerwehren für diese Ausbildung finanzielle Mittel aus der Ortsfeuerwehr aufbringen müssen. Mit einem Preis von ca. 100 Euro pro Teilnehmer ist dies aber eine sinnvolle Investition in die Sicherheit und Ausbildung der Atemschutzgeräteträger.

 


Kontakt

Ortsbrandmeister Alexander Diedler
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Jugendwart Michael Hübner
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Kinderfeuerwehr Jessica Bunzel
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Dienstzeiten

Einsatzabteilung
Jeden 2. Mittwoch 19 - 21 Uhr

Kinderfeuerwehr
Jeden 2. Donnerstag, 17 - 18 Uhr

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Jeden Dienstag, 17:30 - 19:00 Uhr